Gesund oder Hype: Tofu

Noch vor etlichen Jahren galt Tofu als Lieblingsspeise der „Öko’s“. Heute ist Tofu in der Küche der Vegetarier und Veganer angekommen und erfreut sich auch bei „Allesessern“ einer immer größeren Beliebtheit. Vor allem im Hinblick auf die zahlreichen Lebenmittelskandale, die das Land in den letzten Jahren erschüttert haben, ist Tofu bei vielen Menschen ein guter Fleischersatz geworden. Doch kann der Eiweißlieferant Tofu wirklich Fleisch ersetzen?

Die Grundzutaten von Tofu sind Sojabohnen und Wasser. Tofu liefert hochwertiges Eiweiß und viele Ballaststoffe, B-Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe. Tofu ist außerdem glutenfrei, laktosefrei und frei von Cholesterin. Es gibt verschiedene Sorten von Tofu und so reicht das Angebot von weichem Tofu (kann sogar für Süßspeisen verwendet werden) bis hin zu fertigen Tofuprodukten, die in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Formen die Supermarktregale füllen. Räuchertofu, Tofubratlinge, Tofuburger – all das ist möglich. Tofu selbst ist geschmacksneutral und so vergleichen Tofu-Gegner das Essen von Tofu gern mit dem Kauen eines Radiergummis. Beim Verzehr von Tofu kommt es ganz klar auf die Zubereitung an. Er kann mariniert und frittiert, geräuchert, gegrillt und gebraten werden und je nach Zubereitung kann er tatsächlich wie Fleisch schmecken. Tofu ist ein toller Geschmacksträger.

Um Tofu ist in den letzten Jahren ein richtiger Hype entbrannt. Nicht zuletzt hat der hohe Anstieg an Vegetariern und Veganern die Nachfrage nach Tofu erhöht. Und das hat die Lebensmittelindustrie genutzt, um immer neue Tofu-Produkte auf den Markt zu bringen. Wer Tofu fertig gewürzt oder als Gericht verabeitet einkauft, sollte unbedingt auf die Zutatenliste achten. Oft enthalten die verarbeiteten Tofu-Produkte mehr Weizeneiweiß als Tofu selbst.

Tofu wird aus der Sojabohne gewonnen. Und zum Thema Soja gehen die Meinungen stark auseinander. Aussagen über genmanipulierte Sojabohnen und eine starke Abholzung des Regenwaldes für die Gewinnung von Soja haben dem Tofu einen schlechten Ruf beschert. Tofu-Essern wird vorgeworfen, dass sie an der Abholzung des Regenwaldes beteiligt sind. Ernährungswissenschaftler geben hier Entwarnung. Regenwald wird nicht für den Lebensmittelhandel, sondern für die Tierfutterindustrie abgeholzt. Wer ein Bio-Produkt kauft, kann außerdem sicher sein, dass hier keine Genmanipulation mit im Spiel ist. Eh sind die Sojaprodukte, die in Deutschland angeboten werden, nicht aus genmanipulierter Bohne. Mittlerweile gibt es sogar deutsche und europäische Hersteller von Tofu und Tofuspeisen, die das Lebensmittel so verarbeiten und anbieten, dass sich ein gesundes Produkt auf dem Teller wiederfindet.

Tofu muss gar nicht als Fleischersatz angesehen werden, sondern er kann eine gute Ergänzung sein. Tofu ist ein unglaublich guter Eiweißlieferant und daher kann er jeden Speiseplan bereichern.

Well4Life Rezept – Knusper-Tofu mit Brokkoli
Einen Block Tofu in Scheiben schneiden und mit einem Küchentuch trockentupfen. Das Wasser sollte gut entfernt werden, damit die Marinade besser aufgenommen werden kann. Aus einer Knoblauchzehe (pressen), einem Stück Ingwer (reiben) und einem Schuss dunkler Sojasoße eine Marinade anrühren. Tofu Scheiben über Nacht marinieren. Am nächsten Tag Tofu in Paniermehl wenden und in der Pfanne knusprig anbraten. Brokkoli in Röschen teilen und in kochendem Wasser al dente kochen. Tofu und Brokkoli auf dem Teller anrichten und mit etwas Seam bestreuen. Dazu schmeckt Reis.

Bild: fahrwasser – fotolia.com

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